Futrex Infrarot Fettmessung
"Aus medizinischer Sicht ist vor allem das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse wichtig." Ein Blick auf die Waage sagt oft nur die halbe Wahrheit. So würde einem durchtrainierten Schwergewichtsboxer trotz seiner Masse wohl niemand Übergewicht bescheinigen. Gleichzeitig sagt das „Normalgewicht“ noch nichts über die Fitness eines Menschen aus. Deshalb hat im GOLDS die mehrmalige Bestimmung des Körperfettanteils eine zentrale Bedeutung. Denn aus medizinischer Sicht ist vor allem das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse wichtig. Zu viel Fett hat oft Folgen: für die Gesundheit, die sportliche Leistungsfähigkeit oder die Lebenserwartung. Deshalb ist es ein Ziel, dass die Teilnehmer ihren Fettpolstern den Kampf ansagen. Durch eine vernünftige Ernährung und Bewegung. Doch wie funktioniert eigentlich das Gerät, mit dem man Pfunde aufspüren, die mancher nicht an sich vermutet hätte? Die Messergebnisse haben schon bei vielen Teilnehmern für hitzige Diskussionen gesorgt.
Eines vorneweg: Allein schon wegen ihres Preises ist diese Maschine zur Genauigkeit verdammt. Wie der Name andeutet, kommt die Technik dafür aus den USA. Die Messung basiert auf dem Prinzip von Lichtabsorption und –reflektion unter Anwendung der „Near-Infrarot-Spektroskopie“. Etwas einfacher als der Hersteller beschreibt Apotheker Peter Hoffmeister die Funktion: „Ein Infrarotstrahl wird durch den Oberarm geschickt. Je nach Gewebeart kommen dabei unterschiedliche Signale zurück zum Gerät. Mit Computertechnik werden diese Daten ausgewertet und schließlich für den Kunden ausgedruckt.“ Die Messung dieser „optischen Dichte“ erfolgt am Oberarmmuskel des dominanten Armes. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Fettverteilung an dieser Stelle der des restlichen Körpers entspricht. Nach Angaben des Herstellers werde bei dieser Art der Messung das Körperfett auf bis zu 100 Gramm genau bestimmt.
Gegenüber der Bio-Impedanzanalyse (BIA), mit der auch die so genannten Fettwaagen arbeiten, hat diese Methode einen wesentlichen Vorteil: Sie ist nicht abhängig vom stark schwankenden Wasseranteil im Körper. Allerdings: Auch die Maschine aus Amerika ist nicht über alle Fehler erhaben. Mögliche Störgrößen sind der Anpressdruck des Sensors oder Licht, das von der Seite zum Sensor durchdringt. Auch ein gespannter Bizeps kann das Ergebnis verfälschen. Wer seinen Körperfettanteil mit absoluter Genauigkeit bestimmen möchte, müsste eine Unterwasserwägung oder einen Röntgenscan durchführen. Der Aufwand dabei ist allerdings enorm. Die optische Dichte als Grundlage zur Fettmessung ist übrigens keine Erfindung eines Fitness-Arztes. Das US-Landwirtschaftsministerium arbeitet mit dieser Methode schon sehr viel länger bei der Untersuchung von Getreide oder Fleisch.
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